Direkt zum Hauptbereich

Kampfkunst und Selbstkonzept

Im Jahr 2001 führten Sportstudenten der Uni Vechta, darunter auch ich, ein Projekt mit dem Thema „Selbstkonzept und Sport“ durch, unter der Leitung von Frau Prof. I. Pahmeier. Ich beschäftigte mich mit der Frage nach dem Zusammenhang zwischen der Ausübung der Kampfkunst Shaolin-Kempo und dem Selbst- und Körperkonzept Jugendlicher, und führte dazu eine Querschnittstudie durch. (Längsschnittstudien sind in diesem Kontext jedoch viel aussagekräftiger.) – Ein auf der Grundlage einer damals angefertigten Hausarbeit verfasster Beitrag ist hier zu finden.
Zusammenfassung:
Nachdem eine theoretisch mögliche positive Sozialisationswirkung von ostasiatischen Kampfkünsten in Bezug auf das Selbst- und Körperkonzept erläutert wird, erfolgt die Beschreibung einer Querschnittstudie, die den Zusammenhang zwischen der Ausübung der ostasiatischen Kampfkunst Shaolin-Kempo und dem Selbst- und Körperkonzept Jugendlicher untersucht. Das Untersuchungsinstrument ist die Piers-Harris-Children-Self-Concept-Scale (PHCSCS). Beim Vergleich einer Kampfkunst- und einer Kontrollgruppe zeigen sich signifikante Unterschiede im globalen Selbstkonzept sowie in den Subdimensionen Verhalten, Körperkonzept und Beliebtheit.
Abstract:
This article deals with the correlation between the practice of the martial-art Shaolin Kempo and the self- and body-concept of teenagers. The Piers-Harris-Children-Self-Concept-Scale (PHCSCS) is used in the study. In the comparison between the martial-arts-group and a non-athlete group, significant differences appear in the global-self-concept-score and the sub-dimensions behavior, physical self-concept, and popularity.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Einflüsse des Kempo

Insgesamt lassen sich sechs bedeutende Einflüsse nennen, welche das Wesen des Kempo bestimmt haben: das Yoga mit dem Ziel der geistigen Vervollkommnung bzw. der Einheit von Mensch und Welt, die chinesische Dao-Philosophie (z. B. Laozi) mit ihren Ideen der Leere und den Kräften von Yin und Yan, die chinesisch-tibetische Medizin mit ihren Theorien über die Lebensenergie Qi (bzw. Ch’i, jap. Ki) und die Vitalpunkte (chin. Dianxue, jap. Jintai kyûsho), die Beobachtung von Tieren, um daraus effiziente Kampfverfahren abzuleiten (die Tierstile), die Kriegswissenschaft des alten China (z.B. Sunzi), schließlich die buddhistische Chan- (bzw. Zen-) Psychotechnik, wonach durch maximale Konzentration erstaunliche Leistungen vollbracht werden konnten (vgl. Dolin, S. 13). Diese Einflüsse hatten sowohl praktische als auch theoretische Folgen für das Kempo und machten es nicht nur zu einer Schule des Kämpfens, sondern zu einer Schule des Lebens (vgl. Dolin, ...

Kampfkünste im Schulsport? - Ja!

Im Kerncurriculum für den Schulsport in Niedersachsen (2007) findet man neben anderen sportiven Erfahrungs- und Lernfeldern (ELF) auch das Kämpfen. In wohl keinem anderen Erfahrungs- und Lernfeld ist die Bezogenheit auf ein Gegenüber so deutlich wie in diesem. Oft wird kämpferisches Sich-Bewegen in verantwortlicher und kultivierter Form mit Aggressivität und gegenseitiger körperlicher Schädigung assoziiert und damit fehlgedeutet. Solche Missverständnisse sollte der Sportunterricht aufgreifen und korrigieren, dergestalt, dass gezeigt und geübt wird, wie man rücksichtsvoll mit dem Partner kämpfen kann. Die Grundhaltung, selbst für die Unversehrtheit des Kampfpartners verantwortlich zu sein, ist in diesem Zusammenhang unverzichtbar (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium, 2007). Für das Kämpfen als grundlegendes menschliches Verhaltensmuster werden in der Sportpädagogik folgende Argumente angeführt: Kämpfen fördert die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder und Jugendli...

Literatur zum Thema "Kämpfen im Schulsport"

Die genannte Literatur beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Thematisierung fernöstlicher Kampf- und Bewegungskünste in der Schule. --- Altner, N. & Brunner, R. (2004). Qigong in der Schule. Entspannung, Konzentration und Ruhe. Mülheim: Verlag an der Ruhr. Bächle, F. & Heckele, S. (2008). 999 Spiel- und Übungsformen im Ringen, Raufen und Kämpfen. Schorndorf: Hofmann. Beudels, W. & Anders, W. (2002). Wo rohe Kräfte sinnvoll walten. Handbuch zum Ringen, Rangeln und Raufen in Pädagogik und Therapie. Dortmund: Borgmann. Braun, C. (2006). Kali – Arnis – Eskrima. Die philippinischen Kampfkünste. Aachen: Meyer & Meyer. Busch, F. (2002). Ringen und Kämpfen. Ideen, Hintergründe und Praxisbeispiele für den Sportunterricht in der Grundschule. Donauwörth: Auer. Butcher, A. (2002). Judo. Traditionen. Grundlagen. Techniken. Stuttgart: Pietsch. Dolin, A. (1988). Kempo. Die Kunst des Kampfes. Berlin: Sportverlag. Fauliot, P. (2001). Die Kunst zu siegen, ohne zu kämpfen. Anekdoten...