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Es werden Posts vom 2011 angezeigt.

Einflüsse des Kempo

Insgesamt lassen sich sechs bedeutende Einflüsse nennen, welche das Wesen des Kempo bestimmt haben: das Yoga mit dem Ziel der geistigen Vervollkommnung bzw. der Einheit von Mensch und Welt, die chinesische Dao-Philosophie (z. B. Laozi) mit ihren Ideen der Leere und den Kräften von Yin und Yan, die chinesisch-tibetische Medizin mit ihren Theorien über die Lebensenergie Qi (bzw. Ch’i, jap. Ki) und die Vitalpunkte (chin. Dianxue, jap. Jintai kyûsho), die Beobachtung von Tieren, um daraus effiziente Kampfverfahren abzuleiten (die Tierstile), die Kriegswissenschaft des alten China (z.B. Sunzi), schließlich die buddhistische Chan- (bzw. Zen-) Psychotechnik, wonach durch maximale Konzentration erstaunliche Leistungen vollbracht werden konnten (vgl. Dolin, S. 13). Diese Einflüsse hatten sowohl praktische als auch theoretische Folgen für das Kempo und machten es nicht nur zu einer Schule des Kämpfens, sondern zu einer Schule des Lebens (vgl. Dolin, ...

Literatur zum Thema "Kämpfen im Schulsport"

Die genannte Literatur beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Thematisierung fernöstlicher Kampf- und Bewegungskünste in der Schule. --- Altner, N. & Brunner, R. (2004). Qigong in der Schule. Entspannung, Konzentration und Ruhe. Mülheim: Verlag an der Ruhr. Bächle, F. & Heckele, S. (2008). 999 Spiel- und Übungsformen im Ringen, Raufen und Kämpfen. Schorndorf: Hofmann. Beudels, W. & Anders, W. (2002). Wo rohe Kräfte sinnvoll walten. Handbuch zum Ringen, Rangeln und Raufen in Pädagogik und Therapie. Dortmund: Borgmann. Braun, C. (2006). Kali – Arnis – Eskrima. Die philippinischen Kampfkünste. Aachen: Meyer & Meyer. Busch, F. (2002). Ringen und Kämpfen. Ideen, Hintergründe und Praxisbeispiele für den Sportunterricht in der Grundschule. Donauwörth: Auer. Butcher, A. (2002). Judo. Traditionen. Grundlagen. Techniken. Stuttgart: Pietsch. Dolin, A. (1988). Kempo. Die Kunst des Kampfes. Berlin: Sportverlag. Fauliot, P. (2001). Die Kunst zu siegen, ohne zu kämpfen. Anekdoten...

Kampfkünste im Schulsport? - Ja!

Im Kerncurriculum für den Schulsport in Niedersachsen (2007) findet man neben anderen sportiven Erfahrungs- und Lernfeldern (ELF) auch das Kämpfen. In wohl keinem anderen Erfahrungs- und Lernfeld ist die Bezogenheit auf ein Gegenüber so deutlich wie in diesem. Oft wird kämpferisches Sich-Bewegen in verantwortlicher und kultivierter Form mit Aggressivität und gegenseitiger körperlicher Schädigung assoziiert und damit fehlgedeutet. Solche Missverständnisse sollte der Sportunterricht aufgreifen und korrigieren, dergestalt, dass gezeigt und geübt wird, wie man rücksichtsvoll mit dem Partner kämpfen kann. Die Grundhaltung, selbst für die Unversehrtheit des Kampfpartners verantwortlich zu sein, ist in diesem Zusammenhang unverzichtbar (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium, 2007). Für das Kämpfen als grundlegendes menschliches Verhaltensmuster werden in der Sportpädagogik folgende Argumente angeführt: Kämpfen fördert die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder und Jugendli...

Kampfkunst und Selbstkonzept

Im Jahr 2001 führten Sportstudenten der Uni Vechta, darunter auch ich, ein Projekt mit dem Thema „Selbstkonzept und Sport“ durch, unter der Leitung von Frau Prof. I. Pahmeier. Ich beschäftigte mich mit der Frage nach dem Zusammenhang zwischen der Ausübung der Kampfkunst Shaolin-Kempo und dem Selbst- und Körperkonzept Jugendlicher, und führte dazu eine Querschnittstudie durch. (Längsschnittstudien sind in diesem Kontext jedoch viel aussagekräftiger.) – Ein auf der Grundlage einer damals angefertigten Hausarbeit verfasster Beitrag ist hier zu finden. Zusammenfassung: Nachdem eine theoretisch mögliche positive Sozialisationswirkung von ostasiatischen Kampfkünsten in Bezug auf das Selbst- und Körperkonzept erläutert wird, erfolgt die Beschreibung einer Querschnittstudie, die den Zusammenhang zwischen der Ausübung der ostasiatischen Kampfkunst Shaolin-Kempo und dem Selbst- und Körperkonzept Jugendlicher untersucht. Das Untersuchungsinstrument ist die Piers-Harris-Children-Self-Concept-Sc...

Abstract

The research project looks at the way that Eastern Asian martial and movement arts (Aikido, Karatedo, Wushu, Taijiquan, Qigong) work and at the interaction between body and mind while practicing such forms of movement. The starting point (step 1) is the traditional theory of Far Eastern movement practice, called Do-model. Therein, the practice of Eastern Asian forms of movement is described as a holistic exercise, meaning that movement, posture, breathing technique and attention are trained. Secondly (step 2), a transfer of the Do-model will be made, with reference to theories of self-regulation as well as to the paradigm of synergetics. The result of this transfer is called self-regulation-model of Eastern Asian martial and movement arts. Finally (step 3), specific aspects of the heuristc self-regulation-model will be researched empirically. The methods to be applied in this study are thermography, quantitative survey, and heart-rate-variability-measurement. (thx to Christel H.!)

Kurzdarstellung

Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Frage nach der Funktionsweise ostasiatischer Kampf- und Bewegungskünste (Aikido, Karatedo, Wushu, Taijiquan, Qigong) und der Interaktion von Psyche und Physis während des Übens solcher Bewegungsformen. Ausgangspunkt (Schritt 1) ist die traditionelle Theorie fernöstlicher Bewegungspraxis, bezeichnet als Do-Modell. Darin wird das Üben ostasiatischer Bewegungsformen als ganzheitliche Übungspraxis beschrieben, d. h. dass Bewegung, Haltung, Atemtechnik und Aufmerksamkeit trainiert werden. Anschließend (Schritt 2) soll mit Bezug auf Theorien der Selbst- und Handlungsregulation sowie des Paradigmas der Synergetik ein Transfer des Do-Modells geleistet werden. Schließlich (Schritt 3) werden Aspekte des hergeleiteten heuristischen Selbstregulationsmodells empirisch bearbeitet; hierbei sollen Thermografie, quantitative Befragung und Herzratenvariabilitäts-Messung eingesetzt werden.

Kempo

In seiner überaus lesenswerten Dokumentation "Kempo. Die Kunst des Kampfes" benutzt Dolin (1988) den Terminus Kempo für Bewegungskünste, wie sie im ostasiatischen Raum anzutreffen sind. Darunter fallen chinesische Übungsformen wie Qigong, Taijiquan und die zahlreichen Wushu-Stile, sowie japanische Bewegungskünste, etwa Judo, Aikido, Iaido, Kendo, Kyudo und Karatedo; auch Kampfkünste wie das koreanische Taekwondo werden zum Kempo gezählt. Wie kann Kempo beschrieben werden? "Kempo ist die Lehre, der ganze Komplex einer geistigen und körperlichen Kultur, es sind die viele Jahrhunderte alten Traditionen des Kampfes, die sich in ununterbrochener Entwicklung befinden. Kempo ist der Weg zur Realisierung der im Osten populären Konzeption der Einheit vom Mikrokosmos der menschlichen Persönlichkeit und dem Makrokosmos, vom Erreichen einer Harmonie mit der Welt und sich selbst." (Dolin, 1988, S. 13) Damit wird deutlich, dass Kempo mehr ist (oder sein kann) als das Überwinden e...

Bisherige Aktivitäten

2005: Verfassen eines Exposés zum Forschungsprojekt Literaturrecherche Entwicklung eines Fragebogens mit Skalen zur „fernöstlichen Selbstregulation“ 2006: Datenerhebung und Überprüfung der Skalen (mit wesentlicher Unterstützung von René Markusch im Kontext einer sportwissenschaftlichen Examensarbeit) Posterpräsentation zum Forschungsprojekt an der Universität Vechta Juni 2006: Elektromyografische Messung & Thermografie-Experiment Am 2. & 16. Juni wurden in Kooperation mit der orthopädischen Praxis von Dr. Olberding & Dr. Schade in Lohne mit 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern elektromyografische Messungen durchgeführt. Vielen Dank an Frau Lisa Bruns für ihre wertvolle Hilfe! Ebenfalls am 2. & 16. Juni wurden an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven – Standort Oldenburg – von 33 Teilnehmerinnen und Teilnehmern während einer Konzentrations-Übung Thermografie-Aufnahmen gemacht, die nach einer ersten Sichtung interessante und überraschende Ergebnisse verm...

Fragestellungen & Postulate

Aikido, Taijiquan, Karatedo, Qigong, Kungfu... Worin besteht die Funktionsweise ostasiatischer Bewegungs- und Kampfkünste? Was passiert in Bezug auf Psyche und Physis beim Üben dieser Bewegungsformen? Auf welche Weise hängen geistige und körperliche Prozesse im Kontext fernöstlicher Bewegungsformen zusammen? Diese Fragen basieren auf folgenden Annahmen: A. Bewegungs- und Kampfkünste des ostasiatischen Raumes (Japan, China) können als relativ einheitliches bewegungskulturelles Phänomen betrachtet werden (vgl. Dolin, 1988). B. Aspekte der Theorie fernöstlicher Bewegungspraxis (jap. Kernbegriffe: Do, Ki) können mit „westlichen“ (nach empirischen Erkenntnisregeln) Theorien abgebildet und empirisch bearbeitet werden. Literatur: Dolin, A. (1988). Kempo. Die Kunst des Kampfes. Berlin: Sportverlag.

Zum Blog-Titel

Zugegeben: Der Titel dieser Website führt etwas in die Irre, ist es doch nicht das Tao (in der Pinyin-Umschrift: Dao), welches erforscht werden kann und soll. Das Tao – das Absolute, Unbeschreibbare – ist vage (vgl. Smullyan, 2000, 28); und es entzieht sich der wissenschaftlichen bzw. rationalen Beschreibung. Das Tao ist jedoch erfahrbar. Im ostasiatischen Raum (v. a. Japan, China) wurden bis in die Gegenwart Übungen tradiert, die zu dieser spirituellen Erfahrung des Tao verhelfen können. Solche Übungen sind beispielsweise ostasiatische Bewegungs- und Kampfkünste wie Qigong, Taijiquan, Kungfu, Aikido oder Karatedo. Der Terminus Kempo ist ein Oberbegriff dafür. Literatur: Smullyan, Raymond (2000). Das Tao ist Stille. Frankfurt a. M.: Fischer.